Die Rolle der Väter im Engagement gegen Mangelernährung bei Kleinkindern im Südwesten von Uganda – eine Fallstudie

Die Rolle der Väter im Engagement gegen Mangelernährung bei Kleinkindern im Südwesten von Uganda – eine Fallstudie

Wissenschaftler der Mbarara University of Science and Technology in Uganda sind der Frage nachgegangen, inwieweit Väter zur Beseitigung der Mangelernährung ihrer Kleinkinder gegenwärtig beitragen und künftig beitragen können.

Das Ergebnis dieser Ende 2017 erschienenen Studie mit 344 Vätern von ugandischen Kleinkindern aus einer ländlichen Region im Südwesten des Landes wurde im Journal of Nutrition and Metabolism publiziert (1):

Die ugandischen, im Schnitt 40 Jahre alten Väter trugen überwiegend materiell zum Ernährungszustand ihrer unterfünfjährigen Kinder bei. So haben 93,6 % der befragten Männer Geld zum Erwerb von Lebensmitteln für ihre Familie zur Verfügung gestellt, 47 % finanzierten ihren Frauen den Transport in Kinderkliniken, die auch Ernährungshilfen bereitstellen. Nur wenige Männer haben ihre Frauen in der Auswahl von geeigneten Lebensmitteln für die Kinder beraten oder sie in der Entscheidung unterstützt, (länger) zu stillen sowie in der Haus- und Feldarbeit entlastet, teils, weil ihnen die nötigen Kenntnisse fehlten. Je länger die Studie andauerte, umso eher waren sie bereit, sich entsprechend zu informieren.

Die Studienautoren vertreten die Ansicht, dass die von Vätern ausgehende soziale Unterstützung der Mütter unverzichtbar ist für die Linderung von Mangelernährung bei den Kleinkindern. Mit dieser Einschätzung bekräftigen sie die Position des ugandischen Gesundheitsministeriums, das in der Richtlinie zur Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern das Engagement der Väter für die optimale Kinderernährung nachdrücklich einfordert (2).

Die Studie enthält des Weiteren eine Reihe interessanter, teils eigenwilliger Bewertungen von Einflussfaktoren zur Verbesserung des Ernährungszustandes von ugandischen Kleinkindern. Erfasst wurden zu Beginn der Studie der Grad von Stunting (zu niedrige Körperlänge im Verhältnis zum Alter) und von Wasting (zu geringes Körpergewicht im Vergleich zum Alter) sowie das zu geringe Geburtsgewicht. 30 % der untersuchten Kinder waren wachstumsverzögert, 7,5 % ausgezehrt und 14,8 % wogen bei der Geburt zu wenig. Gewichtsreduzierend wirkte sich u.a. auch Malaria aus, von der rund jedes fünfte Kind betroffen war, Durchfall bei jedem Siebten und Lungenentzündung bei jedem Zwanzigsten. Zu einem guten Ernährungszustand der Kinder haben neben der Betreuung in Kinderkliniken insbesondere auch funktionstüchtige Händewaschanlagen in den Haushalten sowie sauberes Wasser aus Bohrlöchern beigetragen.

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(1) N. Kanslime et al. Effect of Male Involvement on the Nutritional Status of Children Less Than 5 Years: A Cross Sectional Study in a Rural Southwestern District of Uganda. J Nutr Metab.;;2017:3427087. doi: 10.1155/2017/3427087. Epub 2017 Dec 4., abrufbar unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5733895/

(2) Die Autoren verweisen auf auf  UBOS. National Household Survey 2009/20 10. Uganda Bureau of Statistics Kampala, Uganda, 2010 sowie auf MOH. Child Survival Strategy for Uganda 2008 – 2015. Ministry of Health of Uganda, 2009.

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