Trotz Armut mit dem Mobiltelefon den Hunger selber überwinden

Trotz Armut mit dem Mobiltelefon den Hunger selber überwinden

Auch arme Menschen haben ein eigenes Potential, um den verborgenen Hunger zu überwinden. Ein kleines Stück Land, eine Bankkarte und ein Mobiltelefon reichen auch in den abgelegenen und ärmsten Regionen schon aus, um sich selbst zu helfen, wenn der Staat Ernährung für alle  nicht sichern kann.
Die Neue Zürcher Zeitung empfiehlt diesen Ansatz als den neuen Schwerpunkt für die internationale Entwicklungshilfe. Anlass für dieses Umdenken ist das Scheitern eines der ehrgeizigsten Millenniumsziele der UN, das vorsah, von der Jahrtausendwende bis zum Jahr 2015 die Zahl der Unterernährten in der Welt zu halbieren. Politisches und technisches Versagen der Staaten und der Staatengemeinschaft werden angeführt, um zu erklären, warum diese Vision nicht realisiert worden ist: Der Norden spart und stellt Mittel für die Entwicklungshilfe nicht  ausreichend zur Verfügung. Im Süden gehört «schlechte Regierungsführung» noch immer zum Alltag. Bürgerkriege erschweren zunehmend die Versorgung. Und die Umverteilung der ausreichend produzierten Lebensmittel funktioniert ebenso wenig wie die Subsistenzwirtschaft Ernährung sichert.

Der Ausweg aus dem Dilemma liegt darin, das  Engagement von Hungernden zu unterstützen und an Best Practice vor Ort anzuknüpfen – insbesondere durch Stärkung der Landrechte und durch Ausbildung der Kleinbauern in Erosionsschutz, Düngung, Bewässerung, Saatgut und sorgfältiger Lagerung. Die so erreichbaren  Ertragssteigerungen helfen nicht nur, aus eigener Kraft satter zu werden, sondern begünstigen den Kleinhandel mit überschüssigen Produkten. Bankkarten für Arme ermöglichen es, am Geschäftsleben selbstständig teilzunehmen und staatliche gewährte Sozialhilfe direkt und mit der Auflage zur Gesundheitsvorsorge versehen, in Empfang zu nehmen. Solarzellen und Mobiltelefone stärken die Flexibilität im unabhängigen Denken und Handeln in einem bislang noch nicht dagewesenen Ausmaß auch für Ärmere.

Ein Abbau des subventionierten Fleischkonsums in Europa ist im Gegenzug dazu auch ein Meilenstein in einer internationalen Landwirtschaftspolitik, um Hunger weltweit zu mindern.

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A. Wysling. Bauern besiegen den Hunger. Neue Zürcher Zeitung vom 15.11.2015.
http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/bauern-besiegen-hunger-1.18646127

 

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