Welthunger – Index 2018: Hunger als primär politische Herausforderung

Welthunger-Index 2018: Hunger als primär politische Herausforderung

Der Welthunger-Index (WHI) als international etabliertes Maß für den Hunger in der Welt, zeichnet im Jahr 2018 ein ernüchterndes Bild: Rund 124 Millionen Menschen weltweit leiden derzeit unter akutem Hunger. Das sind 44 Millionen mehr als noch vor zwei Jahren. Vor allem Kinder sind die Leidtragenden: Etwa 151 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind im körperlichen und geistigen Wachstum zurückgeblieben, 51 Millionen gelten als ausgezehrt.

Regional betrachtet, ist die Situation überwiegend in Südasien und südlich der Sahara problematisch geblieben, insbesondere im Tschad, in Haiti, in Madagaskar, in Sierra Leone, im Jemen, in Sambia und vor allem in der Zentralafrikanischen Republik. Länder wie etwa Angola, Ruanda, Äthiopien und Myanmar verzeichnen hingegen selbst in den beiden Krisenregionen sichtbare Fortschritte gegen den Hunger.

Da sich in der Regel die Zahl der Hungernden in den Ländern verdopple, sobald sie direkt oder indirekt von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen sind, sei Hunger primär eine politische Herausforderung. In dem gemeinsam herausgegebenen Bericht von Concern Worldwide und der Welthungerhilfe heißt es: Statt Hunger fortwährend hauptsächlich als Folge umweltbedingter und natürlicher Ursachen zu begreifen, müsse er genau wie Flucht und Vertreibung in der Regel als Ergebnis politischer Prozesse verstanden und bekämpft werden.

Der Welthunger-Index (WHI) misst jährlich mittels vier Indikatoren den Ernährungszustand der Bevölkerung in einem Land. Er setzt sich zusammen aus  dem Anteil der unterernährten Menschen an der Gesamtbevölkerung insgesamt,  dem Anteil wachstumsverzögerter Kinder (Stunting) und dem Anteil ausgezehrter Kinder (Wasting) unter fünf Jahren sowie der Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren. Seit dem Jahr 2017 werden im WHI erstmals auch Unterschiede in der Mangelernährung und Kindersterblichkeit innerhalb eines Landes ausgewiesen. Schwankungen von über 50 % je nach Region sind dabei keine Seltenheit.

 

Quelle: http://www.globalhungerindex.org/de/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Read and see more:

K. v. Grebmer et al. 2018 Welthunger-Index. Flucht, Vertreibung und Hunger. Dublin und Bonn 2018, abrufbar über https://www.welthungerhilfe.de/fileadmin/pictures/publications/de/studies-analysis/2018-welthunger-index-welthungerhilfe.pdf

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