Wachstumsverzögert und übergewichtig – das Phänomen „Stunting Overweight“

Wachstumsverzögert und übergewichtig – das Phänomen „Stunting Overweight“

Kinder können zugleich im Wachstum gestört und übergewichtig sein. Dieses Symptom von Mangelernährung wird als „Stunting Overweight“ bezeichnet.

Stunting Overweight lässt sich vor allem in Russland, Mexiko, Brasilien, Kamerun, Südafrika, Indonesien, Jamaika und China beobachten, kommt allerdings in nahezu allen ärmeren Ländern vor – und ist bislang kaum erforscht. So liegen bislang keine flächendeckenden, länderspezifischen Daten zur Verbreitung von Stunting Overweight vor. Doppelzählungen von übergewichtigen und im Wachstum verzögerten Kindern erschweren statistische Hochrechnungen zusätzlich.

Wissenschaftler von der London School of Economics and Political Science haben jetzt auf diese Problematik hingewiesen und Berichte über Stunting Overweight in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) systematisch zusammengestellt (1). Sie gehen davon aus, das Stunting Overweight möglicherweise eine neue soziale Schicht kennzeichnet und insbesondere Kinder von übergewichtigen Müttern betrifft. Ein Grund hierfür könne in der Änderung von Ernährungsgewohnheiten (Nutrition transition) in LIMICs liegen, hin zu einem Essverhalten, das bekanntermaßen mit einer Reihe von chronischen Erkrankungen einhergeht.

Die Experten empfehlen, gesundheitspolitische Anstrengungen in der Prävention von Wachstumsstörungen (Stunting) und Übergewicht zu bündeln (3).

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(1) K. Bates et al. Double burden or double counting of child malnutrition? The methodological and theoretical implications of stunting-overweight in low and middle income countries. J Epidemiol Community Health 2017. 71(8):779-785, abrufbar unter http://jech.bmj.com/content/71/8/779.long

(2) B.M. Popkin: The Nutrition Transition in Low‐Income Countries: An Emerging Crisis. Nutrition Review. 1994. 52(9): 285-298, abrufbar unter https://academic.oup.com/nutritionreviews/article-abstract/52/9/285/1890842?redirectedFrom=fulltext

(3) Vgl. hierzu auch WH Dietz. Double-duty solutions for the double burden of malnutrition. Comments. The Lancet. 2017. 390(10113):2607–2608, 16 December 2017, abrufbar unter https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(17)32479-0/fulltext sowie Levels and trends in child malnutrition: UNICEF/WHO/World Bank Group Joint Child Malnutrition Estimates, Key findings of the 2018 edition, abrufbar unter  https://data.unicef.org/wp-content/uploads/2018/05/JME-2018-brochure-web-1.pdf

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