Das mikronährstoffreiche Gelee Royale der Bienen

Das mikronährstoffreiche Gelee Royale der Bienen

Der Mikronährstoffgehalt im Futter entscheidet maßgeblich mit, ob aus Bienenlarven Königinnen werden oder lediglich Arbeitsbienen. Jede Bienenlarve bringt die gleiche genetische Veranlagung mit.  Ammen regeln, welches Potential genutzt wird, indem sie die Qualität der Ernährung drei Tage nach dem Schlüpfen verändern. Überwiegend mit Pollen und Nektar gefüttert, werden aus den meisten Arbeitsbienen. Nur wenige, privilegierte Larven erhalten das Gelee Royale, ein hochwertiges mikronährstoffreiches Sekret. Es enthält neben Zucker, Wasser und Eiweiß, Fette, Thiamin (B1), Ribiflavin (B2), Niacin und Folsäure.

Australische und deutsche Wissenschaftler haben eine Antwort darauf gefunden, wie so ein gravierender Unterschied in der Funktion und in der Gestalt von Bienen aus gleichen Erbgut entstehen kann (1). Durch die veränderte Ernährungsweise finden chemische Veränderungen (Methylierungen) an der Oberfläche der DNA statt. Die Genanalysen der Forschergruppe legen nahe, dass die Methylierungen Einfluss auf das Splicing, also das Zusammensetzen des „genetischen Bauplans“ zu einem fertigen Protein nehmen und so epigenetische Veränderungen hervorrufen. Da sich diese Verbindung zwischen Ernährung und Erbgut in Ansätzen auch beim Menschen nachweisen lässt, kann dies ein anschauliches Motiv sein, sich besonders gegen Mikronährstoffmangel in den ersten 1.000 Tagen im Leben zu engagieren (2).

 

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  1. Frank Lyko et al.: The Honey Bee epigenomes: Differential methylation of brain DNA in queens and workers. PLos One Biology. 2010 Nov 2;8(11):e1000506. doi: 10.1371/journal.pbio.1000506, abrufbar unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21072239 und S. Foret et al. DNA methylation dynamics, metabolic fluxes, gene splicing, and alternative phenotypes in honey bees. Proc Natl Acad Sci U S A. 2012 Mar 27;109(13):4968-73. doi: 10.1073/pnas.1202392109. Epub 2012 Mar 13.
  2. Vgl. dazu Assmann – Stiftung für Prävention. Blog Epigenetik als Impuls für die Primärprävention des Metabolischen Syndroms – Das Konzept der Vegetativen Prägung [99], abrufbar unter https://www.assmann-stiftung.de/epigenetik-als-impuls-fuer-die-primaerpraevention-des-metabolischen-syndroms-das-konzept-der-vegetativen-praegung-99/

 

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