Nutrition Education Lessons für Farmer von Malawi als ein Impuls zur Änderung von Lebensgewohnheiten, um extreme Wachstumsverzögerungen (Stunting) bei ihren Kindern zu vermeiden

Nutrition Education Lessons für Farmer von Malawi als ein Impuls zur Änderung von Lebensgewohnheiten, um extreme Wachstumsverzögerungen (Stunting) bei ihren Kindern zu vermeiden

Die Kinder von Malawi sind im Vergleich zu Gleichaltrigen in den Nachbarländern im südlichen Afrika am häufigsten von stunting, extremen Wachstumsverzögerungen betroffen. Diese Verkümmerungen gelten als ein äußeres, sichtbares Symptom für den verborgenen Hunger – bei den Kindern und bei ihren Müttern.

Ein Grund für die Unterversorgung mit Mikronährstoffen liegt im täglichen Einerlei der Ernährung, denn rund dreiviertel der täglich in Malawi konsumierten Kalorien kommen seit Jahren nur von einem einzigen Lebensmittel, dem Mais. Und in den Familien ist häufig auch davon nicht genug verfügbar.

Ein Hilfsprojekt der UN fördert mit dem Projekt Improving Food Security and Nutrition Policies and Programme Outreach (IFSN) die Nährstoffvielfalt auf dem Acker, auf dem Teller und auf dem Markt (1). Dabei werden der Anbau, der Verzehr und der Vertrieb von sechs für Malawi typischen Nahrungsgruppen (Feldfrüchte, Obst, Gemüse, Nüsse und Samen, kleine Haustiere sowie Fische) in Ergänzung zu Mais unterstützt.

Doch in Malawi (und in Deutschland ebenso) lassen sich über Jahrzehnte hinweg eingeübte Ernährungsgewohnheiten nicht abrupt verändern, selbst wenn diese für Kinder von Vorteil sind. Es bedarf sensitiver Kommunikationspfade, um das ernährungsphysiologisch korrekte Wissen in den familiären Alltag überhaupt integrieren zu können.

In Malawi sind hierfür die Nutrition Education Lessons in Farmer- und Farmerjuniorschulen erprobt worden. Das Lehrkonzept verbindet Informationen über Zyklen der Aussaat, der Reifung und der Ernte auf dem Feld mit dem Wissen um Kreisläufe im menschlichen Leben und in der Familie. In sechs Monatskursen lernen ganze Dorfgemeinschaften effiziente Techniken für den Anbau, für die Ernte, für die Lagerung, für die Zubereitung und für den Verkauf von ortstypischen Lebensmitteln, ergänzt durch Regeln in der gesunden Ernährung von Kindern und Erwachsenen.

Um diese Informationen verständlich darzustellen, werden Abbildungen von Feldfrüchten und Mustermahlzeiten ebenso eingesetzt wie bebilderte Jahreskalender und grafisch gestaltete Listen, die über den Nährstoffgehalt von Feld- und Waldfrüchten Auskunft geben. Die zwischen 2011 und 2015 in malawischen Dörfern erprobten Nutrition Education Lessons sind während der Kleinen Welternährungskonferenz im Juni 2016 in Berlin der Weltöffentlichkeit als Best Practice vorgestellt worden.

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(1) Stacia Nordin. Feed the Future. Malawi Strengthening Agriculture & Nutrition Extension Services Activity: Nutrition Education Lessons from Improving Food Security & Nutrition (IFSN) – Policy & Programme Outreach, Malawi, Africa. Vortrag auf der Konferenz Politik gegen Hunger. Berlin 22.-24. Jun I 2016. Abrufbar über https://www.policies-against-hunger.de//fileadmin/SITE_MASTER/content/Dokumente/2016/AG_4_01_Nordin.pdf

(2) FAO (2015). Malawi. Summary of the Food Security Intervention Improving Food Security & Nutrition Policies and Programme Outreach (IFSN). Abrufbar über http://www.fao.org/3/a-bc618e.pdf

(3) BMEL (2016). Politik gegen Hunger. Konferenzmaterialien. Abrufbar über https://www.policies-against-hunger.de/

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