Kalzium- und Vitamin D - Mangel kann zu Wachstumsstörungen bei Klein- und Vorschulkindern beitragen

Kalzium- und Vitamin D-Mangel kann zu Wachstumsstörungen bei Klein- und Vorschulkindern beitragen

Wenn unter fünfjährige Kinder nicht ausreichend mit Kalzium und Vitamin D versorgt werden, führt dies möglicherweise zu gravierenden Wachstumsstörungen (stunting). Letztere treten auch dann auf, wenn die Kinder ausreichend mit Kohlenhydraten, Eiweiß, Vitamin A, Eisen und Zink versorgt sind. Dies ergab eine Querschnittstudie zu Ernährungsgewohnheiten von Klein- und Vorschulkindern sowie ihren Müttern in Hantam, einer verarmten südafrikanischen Northern Cape Provinz. In dieser Region leben doppelt so viele wachstumsverzögerte Kinder wie durchschnittlich für den Staat Südafrika registriert (1).

Das Wissenschaftlerteam um M. van Stuijvenberg vom südafrikanischen medizinischen Ernährungsforschungszentrum ermittelte eine Häufigkeit der Wachstumsverzögerungen bei den südafrikanischen Kindern (n=150) von 36 %. Die Beeinträchtigungen nahmen mit dem Alter der Kinder zu. Sie betrugen 23% bei den 2- bis 3-Jährigen, 40% bei den 3- bis 4-Jährigen und 49% bei den 4- bis 5-Jährigen. Mehr als ein Viertel dieser verkümmerten Kinder hatten, gemessen an den Referenzwerten der WHO, zu klein gewachsene Mütter und wogen schon von Geburt an zu wenig. Je geringer das Haushaltseinkommen und die Haushaltsgröße der Familie, umso häufiger waren die Kinder zu klein gewachsen.

Die Wachstumsverzögerungen traten auf, obgleich die Kinder weder an Kalorien, noch an Vitamin A, an Eisen und an Zink unterversorgt waren, wozu der gewohnheitsmäßige Verzehr von (billiger) Schafleber beitrug. Dagegen nahmen die verkümmerten Kinder im Vergleich zu den normal gewachsenen zu wenig Calcium und Vitamin D sowie zu wenig Phosphor, Riboflavin, Vitamin B 12 und Fett auf. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Wachstumsverzögerungen möglicherweise auf einen dauerhaften Mangel an Milch in der frühen Kindheit zurückzuführen sind.

Die Querschnittsstudie belegt, dass sich die gravierende Folgen von Mikronährstoffdefiziten, wie etwa stunting, nicht nur in Entwicklungsländern abzeichnen. Der verborgene Hunger hat vielfältige Ursachen, die regionalspezifisch untersucht werden müssen.

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M. van Stuijvenberg et al. Low intake of calcium and vitamin D, but not zinc, iron or vitamin A, is associated with stunting in 2- to 5-year-old children. Nutrition. 2015 Jun; 31(6):841-6. doi: 10.1016/j.nut.2014.12.011. Zugang über den Link: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25933491 und http://micronutrientforum.org/wp-content/uploads/2014/12/0091.pdf

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