Große regionale Unterschiede in der Kindersterblichkeit in Afrika

Große regionale Unterschiede in der Kindersterblichkeit in Afrika

Gravierender Mikronährstoffmangel gehört zu den maßgeblichen Ursachen für die hohe Sterblichkeit von Säuglingen und Kleinkindern in Afrika. Umgekehrt lässt die Kindersterblichkeit Rückschlüsse auf die Mikronährstoffversorgung zu, wobei die Daten sich auch innerhalb eines afrikanischen Landes beträchtlich variieren.

Einem internationalen Wissenschaftlerteam ist es nun gelungen, diese unterschiedlichen Sterberaten für 46 afrikanische Länder in 5×5 km großen regionalen Quadraten zu erfassen und in Karten abzubilden (1). Ziel war es zu illustrieren, wie sich die Sterberaten seit der Jahrtausendwende regional verändert haben. Davon ausgehend wurde erstmals prognostiziert, inwieweit es den 46 afrikanischen Ländern gelingen kann, wie in den Sustainable Development Goals vereinbart die Sterblichkeit bei den unter 5 jährigen Kindern bis 2030 unter 25 Todesfälle pro 1.000 Lebendgeburten und die Säuglingssterblichkeit auf 12 Todesfälle pro 1000 Lebendgeburten zu senken.

Botswana, Ruanda und Äthiopien verzeichnen seit der Jahrtausendwende den größten Rückgang der Kindersterbefälle. Diese Länder könnten nach Ansicht der Experten noch vor dem Jahr 2030 das nachhaltige Entwicklungsziel in der Verringerung der Kindersterblichkeit erreichen. Doch bilden sie eine Ausnahme. Vor allem in Ländern West- und Zentralafrikas sinkt die Kindersterblichkeit viel zu langsam. Häufig liegen auch noch zu wenige Daten vor, beispielsweise aus Uganda.

Die Abbildung der Kindersterblichkeit nicht nur im Ländervergleich, sondern auch in 5×5 km großen regionalen Quadraten bietet Ansatzpunkte, Maßnahmen gegen die Kindersterblichkeit regional spezifisch weiter zu entwickeln. Im Jahr 2015 lag etwa in 118 regionalen Quadraten des Tschads sowie in Mali, in Burkina Faso, in der Zentralafrikanischen Republik und in Nigeria die Sterblichkeit der unter 5 jährigen Kindern noch immer über 170 pro 1.000 Lebendgeboren.

Die größten regionalen Unterschiede in der Säuglingssterblichkeit traten 2015 in der Côte d‘Ivoire auf. In Bagoue im Savannen‑District lag dieser mit 52,9 Todesfällen pro 1.000 leben geborenen Babys am höchsten, in Cavally im Montagne‑District mit 29,6 pro 1.000 leben geborene Babys am niedrigsten (2).

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(1) N. Golding et al. Mapping under-5 and neonatal mortality in Africa, 2000–15: a baseline analysis for the Sustainable Development Goals. The Lancet. Published: 25 September 2017. DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(17)31758-0

(2) ebenda, Figure 3

 

 

 

 

 

 

 

 

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