Epigentik als Impuls für die Primärprävention. Das Konzept der vegetativen Prägung

Epigentik als Impuls für die Primärprävention. Das Konzept der vegetativen Prägung

Mikronährstoffmangel führt zu dauerhafter körperlicher wie geistiger Verkümmerung, schwächt das Immunsystem und vergrößert das Risiko für chronische Erkrankungen. Leidtragende sind insbesondere Kinder und dies in mehrfacher Hinsicht: Prägt  gravierender Mikronährstoffmangel schon die ersten 1.000 Tage im Leben, können die damit verbundenen gesundheitlichen Langzeitfolgen später kaum mehr kompensiert werden.
Eine mögliche Erklärung für diesen Zusammenhang liefert die Epigenetik mit dem Konzept der vegetativen Prägung.

Das Konzept der vegetativen Prägung geht davon aus, dass der sich entwickelnde Organismus ca. ab der 24. Schwangerschaftswoche bis zum Ende der vierten Lebenswoche nach der Geburt durch Signale aus seiner Umgebung lernt, wie er künftig zu funktionieren hat bzw. welche  Aktionsnorm  in der Interaktion mit seiner Umwelt gelten soll, um seine Individualität zu erhalten. Die Umweltbedingungen scheinen sich als Trainings- und Eichprogramm nahezu einzuprägen, um die Funktions- und Toleranzbereiche für das künftige Leben festzulegen. Sowohl ein Zuwenig als auch ein Zuviel an bestimmten Impulsen aus der Energie-, Nährstoff- und Hormonzufuhr  während kritischer Entwicklungsphasen prägen fehlerhaft und nachhaltig die Muster, mit welchen der Organismus künftig auf Umweltreize reagieren wird. So können Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente, Metaboliten, Systemhormone, Neurotransmitter oder Zytokine Elemente von ungünstigen Entwicklungsbedingungen sein, infolge derer sich dauerhaft angelegte  Funktionsstörungen ausbilden, die sich im späteren Leben als Disposition für chronische Krankheiten wie etwa das Metabolische Syndrom äußern.  Diese individuelle, vegetative Fehlprogrammierung ist nicht im Erbgut angelegt, kann allerdings an die Nachkommen weitergegeben werden.

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A. Plagemann (2011) Toward a unifying concept on perinatal programming: Vegetative imprinting by environment-dependent biocybernetogenesis. In: Plagemann A, editor. Perinatal Programming—The State of the Art. Berlin, Boston: De Gruyter. pp. 243–282. Link:
Assmann-Stiftung für Prävention. https://www.assmann-stiftung.de/epigenetik-als-impuls-fuer-die-primaerpraevention-des-metabolischen-syndroms-das-konzept-der-vegetativen-praegung-99/

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