Eisenmangelanämien als globales Problem

Eisenmangelanämien als globales Problem

Die Eisenmangelanämie, d.i. Blutarmut aufgrund von Eisenmangel, ist derzeit nach Karies und dem Spannungskopfschmerz die dritthäufig vorkommende, chronische Erkrankung weltweit. Laut einer neuen Statistik im Journal The Lancet leiden derzeit rund 1,2 Milliarden unter einer Eisenmangel-Anämie und rund doppelt so viele an den Symptomen von Eisenmangel.

Eisen ist für die Funktionsfähigkeit des menschlichen Organismus, wie Atmung, Energieproduktion, DNA-Synthese und Zellproliferation unabdingbar. Der Bedarf an Eisen hängt ab vom Alter und von der Intensität der Zelleneubildung in Phasen des Wachstums oder in der Schwangerschaft. Wird er gravierend und dauerhaft unterschritten, transportiert das Blut zu wenig Sauerstoff.

Als Hauptursache der Eisenmangelanämie gilt Mangelernährung: Armut, Kriege und  Hungersnöte führen nach wie vor zu Unterernährung an sich. Eine einseitige, überwiegende auf Getreide basierte Ernährungsweise mindert die Bioverfügbarkeit von Eisen zusätzlich, Darminfektionen vergrößern mit dem Verlust an Blut auch das Defizit an Eisenstoffen.
Besonders Kinder unter fünf Jahren sind zunehmend in Südasien, West- und in Zentralafrika, so auch in Sambia betroffen; sie bilden die einzige Altersgruppe mit einem negativen Trend in der Versorgung mit Mikronährstoffen seit dem Jahr 1990 und dies trotz aller internationaler Hilfen.

Ein viel beachteten Review im New England Journal of Medicine fasst jetzt den wissenschaftlich begründeten Kenntnisstand über die Ursachen und die Therapiemöglichkeiten für die Eisenmangelanämie zusammen.

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C.I. Camaschella. Iron-Deficiency Anemia. N Engl J Med 2015; 372:1832-1843May 7, 2015
DOI: 10.1056/NEJMra1401038. Link: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMra1401038
und
S.R. Pasricha et al. Control of iron deficiency anemia in low- and middle-income countries.
Blood Apr 2013, 121 (14) 2607-2617; DOI: 10.1182/blood-2012-09-453522. Link: http://www.bloodjournal.org/content/bloodjournal/121/14/2607.full.pdf

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