Die Last von kardiovaskulären Erkrankungen in Afrika vergrößert sich

Die Last von kardiovaskulären Erkrankungen in Afrika vergrößert sich

Australische Wissenschaftler schildern jetzt in der Zeitschrift Nature Review Cardiology, warum viele Bevölkerungsgruppen des Afrikanischen Kontinents überproportional von kardiovaskulären Erkrankungen betroffen sind und es künftig auch sein werden (1). Die Ergebnisse zeigen, dass sich mit den verändernden sozialökonomischen Lebensbedingungen und (Ernährungs)‑gewohnheiten auch das Spektrum gesundheitlicher Schäden von Herz und Gefäßen erweitert (2).

Durch Bluthochdruck, Rauchen und krankhaftes Übergewicht wächst das Risiko für die nicht übertragbaren Erkrankungen im Allgemeinen und für die koronaren Herzerkrankungen im Besonderen an. Parallel dazu bleibt die herkömmliche Last der rheumatisch bedingten Herzerkrankungen hoch, da diese bislang wenig vermieden und behandelt werden konnten.

Die Publikation zu dem epidemiologischen Profil und Herausforderungen Afrikas (1), wie auch andere Studien, stellen das wachsende Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, gegliedert nach den Regionen Nord-, Ost-, West-, Süd- und Zentralafrika dar. Da flächendeckende Statistiken fehlen, werden Studienergebnisse einzelner Länder z.T. für ganze Regionen des Kontinents hochgerechnet. So liefert beispielsweise der für Nigeria ermittelte Zusammenhang zwischen Mangelernährung und den kardiovaskulären Erkrankungen einen Anhaltspunkt für ganz Westafrika (3). Ergebnisse multinationaler Studien wurden tabellarisch dargestellt, zeigen allerdings auch den großen Handlungsbedarf in der epidemiologischen Forschung für Afrika auf (4):

CVD in Africa

Die in quasi allen afrikanischen Ländern vorzufindende schlechte Datenlage im Gesundheitswesen und die geringen Investitionen der Regierungen in Forschung und Entwicklung bedingt die limitierte Aussagekraft der Daten für eine fundierte Einschätzung zu kardiovaskulären Erkrankungen und den Risikofaktoren in den afrikanischen Ländern, wodurch auch die Planung einer effektiven Gesundheitsführsorge eingeschränkt ist.

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(1) AK Keates et al. Cardiovascular disease in Africa: epidemiological profile and challenges.   Nature Reviews Cardiology 14,273–293 (2017) doi:10.1038/nrcardio.2017.19. Published online 23 February 2017. Abrufbar über den Link https://www.nature.com/nrcardio/journal/v14/n5/full/nrcardio.2017.19.html

(2) Exemplarisch vgl. auch K Sliwa et al. Impact of Socioeconomic Status, Ethnicity, and Urbanization on Risk Factor Profiles of Cardiovascular Disease in Africa. Circulation. 2016;133:1199-1208. Originally published March 21, 2016. https://doi.org/10.1161/CIRCULATIONAHA.114.008730

(3) Vgl. I Arodiwe et al. Nutritional status of congenital heart disease (CHD) patients: burden and determinant of malnutrition at university of Nigeria teaching hospital Ituku — Ozalla, Enugu. Pak. J. Med. Sci. 31, 1140–1145 (2015). (4) vgl. (1), Tabelle 3. Large international studies of cardiovascular disease including an African cohort

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