Blutarmut (Anämien) in Verbindung mit Mangelernährung bei Kindern in Uganda

Blutarmut (Anämien) in Verbindung mit Mangelernährung bei Kindern in Uganda

Blutarmut (Anämie), also der Mangel an roten Blutkörperchen oder an dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin, gehört zu den häufigsten Todesursachen von unter 5?jährigen Kindern südlich der Sahara. Mikronährstoffmangel, insbesondere ein Defizit an Eisen ist ein maßgeblicher Grund dafür. Eine Anfang diesen Jahres veröffentlichte Studie zur Häufigkeit von Blutarmut bei Kindern im Alter von 6 ? 59 Monaten im Bezirk Namutumba in Ost-Zentral-Uganda hat die Situation vor Ort analysiert:

  • Trotz gängiger Interventionen gegen Blutarmut, wie etwa Entwurmen, Malaria?Prophylaxe und der Vertrieb von angereicherten Lebensmitteln bleibt Anämie eine stetige Herausforderung in Uganda. Geschätzt leidet jedes zweite ugandische Kind unter fünf Jahren an Blutarmut, in einigen Regionen, wie etwa in Namutumba (s.u.), sogar noch häufiger (67,5 %).
  • Von 376 untersuchten Kleinkindern (6?59 Monate) waren vor allem die jüngsten, im Alter von 6 bis 11 Monaten (63,5 %) und von 12 bis 23 Monaten (68,5 %) von Blutarmut betroffen; Jungen (61,3 %) etwas häufiger als Mädchen.
  • Kinder, die in ländlichen Gegenden des Bezirkes Namutumba wohnten, hatten im Vergleich zu Gleichaltrigen in der Stadt ein größeres Risiko für die Blutarmut.
  • Etwa jedes vierte Kind litt an Wachstumsverzögerungen (stunting[1]) und jedes achte war unterernährt. Malaria betraf rund jedes dritte Kind.
  • In der Region mit der höchsten Analphabeten?Rate und der geringsten Gesundheitsversorgung traten Anämien mit 79,0 % am häufigsten auf.
  • Die Häufigkeit für Blutarmut nahm ab, je gebildeter die Mutter bzw. die Pflegekräfte waren. Zwei Drittel der Betreuungspersonen hatten keine Kenntnis davon, wie Anämien bei Kindern zu vermeiden sind.
  • Kinder, die mit mehr als sechs Geschwistern aufwuchsen, waren weniger gefährdet zu erkranken als Kinder von sehr jungen, unerfahrenen Müttern, die bislang keine oder nur wenige Kinder zur Welt brachten.
  • Anämien traten in Verbindung mit einseitiger oder auch verdorbener Nahrung auf.

Die Studienautoren, Wissenschaftler von der Makerere University School of Public Health, betonen, dass höhere Investitionen für die Prävention von Anämie notwendig sind um routinemäßige Screenings durchführen zu können und die Behandlung zu verbessern. Einer besonderen Fürsorge sollte Kindern in Alter von 6?23 Monaten, Kindern in ländlichen Gebieten und jenen, deren Betreuungsperson nur einen geringen Bildungsstand haben, zuteilwerden.

Uganda

Karte von Uganda, rot markiert der Namutumba District. Der Großteil der dortigen Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig. Die wesentlichen Ackerpflanzen sind Reis, Erdnüsse, Hirse und Cassava.

Fußnote:
[1] Vgl. dazu auch Legason, I.D. et al. (2017) “Prevalence of Anaemia and Associated Risk Factors among Children in North-western Uganda: A Cross Sectional Study”. BMC hematology ,17(1), 10. Online verfügbar über: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28680644

Zum Weiterlesen:
F Kuziga et al. Prevalence and factors associated with anaemia among children aged 6 to 59 months in Namutumba district, Uganda: a cross- sectional study. BMC Pediatr. 2017; 17: 25. Published online 2017 Jan 18. doi: 10.1186/s12887-017-0782-3. Abrufbar über: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5242053/

und für den Kontext Students4Kids: Eisenmangelanämien als globales Problem. Scientific Paper. Abrufbar über: http://students4kids.org/blog/eisenmangelanaemien-als-globales-problem/

Bildquelle:
(cc) OpenStreetMap contributors, Jarry1250, NordNordWest/Wikipedia

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